Coaching-Poesie

Manchmal hilft die Poesie … ein Auszug aus dem Sammelband ‚Drachengeflüster‘.
Gedichte und Bilder, zu Themen, die in unserem Dialog ihre Worte nicht finden wollten

 


Vom stillen Abschied

Deine Einladung
meinte mich.
Mein Ja
nicht erwartet
und eindeutig klar.

Unser ruhiger Tanz
wiegte mich.
Dein Ja
fast unberedt
und zweifelsfrei da.

Deine Bewegung
führte mich.
Ich sah
ganz bedächtig
und unbeirrt, ja.

Meine Dynamik
erhellte Dich.
Sie war
leicht adaptiv
und ganz wunder-bar.

Ein leises Ahnen
sorgte mich.
Mein Ja
ganz ruhelos
und gut, dass es war.

Deine Loslösung
wirrte mich.
So rar
nicht erwartet
und nun immerdar.

(Mai 2021)


Mehre Dein Glück

Triffst Du einen glücklichen Menschen,
tanz mit ihm, um sein Glück zu mehren.
Liebt er gar aus vollem Herzen,
ruh an seiner Seite, damit die Liebe Dich umhüllen kann.
Und wenn des Licht Dich gefunden hat,
dann lach mit ihm, bis Deines Dich zu blenden beginnt.

Und ist Dir nicht gegeben,
das Glück eines anderen zu mehren,
Dich von seiner Liebe umhüllen zu lassen,
herzhaft mit ihm zu lachen, bis Dein Licht Dich blendet,
halt inne und sehne Dich danach

(2018)


Von der Macht der Macht

Hätt‘ nie gedacht,
was Macht
mit mir macht!

Hab‘ and’re gebogen,
mir Vorteil erlogen,
mein Selbst betrogen.

Wär ich allein,
ließ ich den Schein
und folgte dem Sein?

Würd gern wagen
die Fragen
zu fragen!

(Juni 2010)


Vom Knaben am Vater

Da war nicht Mann
am Vater
Ein Knabe
in Gehorsam
Gewalt auf der Seel‘

Da war nicht Ordnung
an Phantasie
Ein Kind
in Verzicht
Verzagen im Raum

Da war nicht Ästhetik
am Dunkel
Ein Junge
in Scham
Verrat am Sein

Da war nicht Kraft
am Jüngling
Ein Narziss
in Leere
Stolz am Schein

Da ist viel Hoffnung
an Trugbild
Ein Chef
in Zorn
Erstarren in Not

 (Feb. 2019)


Vom Nichts

Das Nichts.
Es ist nicht nichts,
vielmehr das Nichts.
Umgeben von allem,
was nicht Nichts ist.

Leidenschaftliches Begehren
ein Vakuum erzeugt.
Im Nichts.
Und wie von selbst
weicht es dem Ersehnten.

(Nov. 2018)


Drachengeflüster 3

Weil Drachen
nur die Angst bewachen,
sie feurig drohend grollen,
wenn fremde Seelen
sich begegnen wollen.
Bleibt die Angst geschützt,
die Liebe ungenützt,
zieh’n die Seelen weiter.
Zunächst trübe,
später heiter.

(Nov. 2006)